Ortsmitte von Dunningen um 1926

Vereinsgeschichte




Bei einem Verein, der inzwischen über 400 Jahre alt ist, fällt eine genaue Angabe des ersten Gründungsdatums oder gar der Namen der Gründungsmitglieder äußerst schwer. Dennoch ist unserem Verein eine annähernd vollständige Niederschrift der Aktivitäten Dunninger Schützen bis zum Jahre 1909 erhalten geblieben. In diesem Jahr wurde die Schützengesellschaft Dunningen 1909 gegründet.


Im damaligen Schriftführerprotokoll finden sich nach der Gründungsversammlung folgende Namen wieder: 1. Schützenmeister Jacob Hörger, 2. Schützenmeister Hermann Kleiner, Schriftführer und Kassier Reinhold Essich und Zeugwart Johannes Staiger.


Im Kassenbuch von 1910 wurde ein Mitgliederstand von 19 Aktiven notiert. Das Protokollbuch des damaligen Schriftführers wurde bis 1919 geführt, wobei das Vereinsleben während des Ersten Weltkriegs völlig zum Erliegen kam. Ein Versuch den Schießbetrieb wieder aufzunehmen scheiterte an mangelndem Interesse: Es kamen nur drei Mitglieder zur Versammlung.


Im Jahre 1926 gelang es dennoch einer Gruppe begeisterter Schützen den Schützenverein 1926 Dunningen e.V. ins Leben zu rufen. Als Gründungsmitglieder sind bekannt: Hans Ohnmacht (1.Schützenmeister bis 1943), Oskar Wittel (Kassier), Eugen Maier, Johannes Jauch, Paul Jauch, Hugo Mauch, Julius Hils, Julius Rottler, Karl Burgbacher, Jakob Wurst, Paul Ohnmacht und Josef Miller.


1927/28 wurde in kameradschaftlicher Zusammenarbeit am Kapfwald ein Schießhaus erstellt. Es enthielt 6 Schießbahnen für Kleinkaliber 50m und einen Wirtschaftsraum für 20 bis 30 Gäste.


Bedingt durch den Krieg kam der Schießbetrieb 1941 abermals zum völligen Erliegen. Im Jahre 1943 war eines Morgens, von der Bevölkerung gänzlich unbemerkt, das Schützenhaus abgebrannt. Die aktiven Schützen waren im Krieg und die inzwischen betagten Gründer ließen das Vereinsleben einschlafen. Das gesamte Vermögen einschließlich der Gewehre fiel dem Brand zum Opfer.


Die harten Nachkriegsjahre und die Auflagen der Besatzungsmächte ließen lange Zeit keinen Gedanken an eine Wiedergründung aufkommen. 1958 scheiterte ein Versuch an mangelndem Interesse. Erst 1963 hatte Ludwig Wurst wieder mehrere Interessenten gefunden, die sich bereit erklärten, den Schützenverein 1926 Dunningen e.V. wieder zum Leben zu erwecken. Nach mehreren Besprechungen wurde am 19.4.1963 eine Generalversammlung einberufen, bei der die 22 Anwesenden Ludwig Wurst zum Oberschützenmeister wählten. Schützenmeister wurde Wendelin Hils, Karl Mauch übernahm das Amt des Schriftführers, Helmut Auber wurde zum Schatzmeister ernannt. Schießleiter wurde Willi Hetzel und Pressewart Dieter Eigenmann. Die Eintragung ins Vereinsregister erfolgte am 17. Januar 1964.


In Eigenleistung und unter großen Mühen begann man mit dem Bau eines Schießstandes und eines Vereinsheims am heutigen Standort. Da die Mittel mehr als knapp waren, wurde bereits schon damals "Recycling" betrieben und die Balken der alten Dunninger Kirche, die im Januar/Februar 1966 abgebrochen wurde, zum Bau der Schießanlage verwendet. Auch die Inneneinrichtung des abgebrannten Gasthauses "Zur Schnecke" ging mitsamt Türen und Fenstern in den Besitz des Vereins über und wurde kurzerhand in das neue Schützenhaus integriert. Die Einweihung fand in Verbindung mit dem 1. Kreisschützenfest des Kreises Rottweil vom 3. bis 12. September 1966 statt.


Das 50jährige Jubiläum, maßgeblich vom damaligen OSM Herbert Gapp organisiert, wurde am 10./11./ und 12. September 1976 auf der Wiese der heutigen Firma "Dölken" gefeiert. Unter anderem fanden ein bunter Unterhaltungsabend und ein Jubiläumsschießen statt. Im gleichen Jahr fand sich auch die alte Vereinsfahne wieder, die allerdings restauriert werden musste. Sie trägt die Aufschrift "Militärverein 1880 Dunningen" und rückseitig "Mit Gott für König und Vaterland" und beweist somit die Existenz einer schützennahen Vereinigung in Dunningen lange vor 1909.


In den folgenden Jahren sind bei den sportlichen und gesellschaftlichen Ereignissen insbesondere das Vereinspokalschießen zu nennen, bei dem alljährlich die Vereine, Clubs und Firmen der Gemeinde Dunningen zum Wettkampf (KK 50m liegend) gegeneinander antreten und den Vereinsmeister ermitteln. Diese Dorfmeisterschaft erfreut sich seit 1968 großer Beliebtheit ebenso wie das Brezelpaschen, bei dem jedes Jahr an Silvester um Schwarzwürste und Neujahrsbrezeln gewürfelt wird.


Die erste Erwähnung Dunninger Schützen entdeckte der Rottweiler Stadtarchivar Dr. Winfried Hecht 1987 im Ratsprotokoll der Stadt Rottweil, bei den Recherchen zur 1200-Jahrfeier unserer Gemeinde. Darin heißt es, daß der damalige Stadtrat, auf Antrag, den Dunninger Schützen fünf Gulden Zuschuß gewährte, "damit sie beim Schießen (Landesschießen anno 1588) desto lustiger seien."


Bei der Generalversammlung am 26. Januar 1988 wurde dann beschlossen, den Verein in Schützengesellschaft 1588 Dunningen e.V. umzubenennen. Es blieb daher nicht viel Zeit das 400jährige Jubiläum (und 25 Jahre seit Wiedergründung) vorzubereiten. Dennoch wurde unter der Federführung vom damaligen OSM Siegfried Schumacher ein gelungenes Fest auf die Beine gestellt, das am 17. und 18. September 1988 in der Festhalle stattfand. Das Programm umfaßte einen "Bunten Abend" ebenso wie einen Festgottesdienst und einen großen Umzug. Besonders gut kam bei den Besuchern und Gästen die große und kunstvoll bemalte Festscheibe an, auf welche die Ehrengäste je einen Schuß mit der Armbrust abgeben durften.


Brauchtum und Tradition mit Neuem und Modernem zu verbinden, das ist die Herausforderung, der sich die Dunninger Schützengesellschaft immer wieder stellt. So wurde im Dezember 2000 mit dem ersten Bauabschnitt des seit langem geplanten Neubaus begonnen, der einen geschlossenen Kurzwaffenstand inklusive Technik- und Zuschauerraum umfasst. Da sich diese Disziplinen immer größerer Beliebtheit erfreuen, erhoffen auch wir uns einen starken Mitgliederzuwachs durch die Schaffung der entsprechenden Anlagen. In den folgenden drei Bauabschnitten soll die Schießanlage dann durch einen 100m Großkaliberstand, eine Luftgewehrhalle und eine Gastwirtschaft komplettiert werden.